Ganz am
Anfang
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Die frühe kommerzielle Luftfahrt
in den USA wurde von exklusiven Postverträgen bestimmt. Juan Trippe,
der Gründer von Pan American, hatte einen Vorvertrag mit der Post,
der besagte, daß Pan American bis zum 19. Oktober 1927 die Route
Key West - Havanna befliegen mußte.
![]() Key West war die erste Basis von Pan Am, aber in erster Linie aus dem Grunde, weil es keine Flugzeuge gab, die von irgend einer anderen amerikanischen Stadt nach Havanna fliegen konnten. Als die Ford Tri Motor herauskam, verlegte Pan Am ihren Firmensitz nach Miami. |
Ein
Abenteuer in Mexico |
Im Juli 1921 wurde die Compania Mexicana de Transportacion (CMTA) von zwei Amerikanern, die in Mexiko lebten, gegründet. Eigentlich sollte von Mexico City aus die amerikanische Küste angeflogen werden. Doch die beiden Geschäftsmänner erkannten, daß die Ölfelder um Tampico deutlich mehr Passagiere anlockten. Das stark florierende Ölgeschäft lockte weitere Fluggesellschaften an. So auch die Compania Mexicana de Aviation (CMA), heute als Mexicana bekannt. CMA kauft CMTA allerdings bald danach auf. Im Januar 1929 gab es eine Ausschreibung für eine Postlinie nach Mexico City. Pan Am erhielt den Zuschlag und kaufte als erste Maßnahme Mexicana ihrerseits auf. |
Einmal
rund um die Karibik |
![]() Im Frühjahr 1929 kam Bewegung in das Streckennetz von Pan Am. Diverse Postverträge wurden abgeschlossen, so daß Kuba und Hispaniola sowie Puerto Rico zum Netz dazukamen. Später im Jahr kamen noch Cartagena und Maracaibo in Südamerika und die Inseln Port-of-Spain und Paramaribo dazu. Der Karibische Gürtel wurde 1931 mit den Routen nach Curaçao und Maracay geschlossen. |
Die
PanAmerican Grace Ära |
Die schnellste Route nach Buenos
Aires, das war J.T. Trippes primäres Ziel in Südamerika, war
der Weg an der Westküste. Dieser Weg war allerdings von der W.R. Grace
Corporation, einer mächtigen amerikanischen Handelskompanie, die von
Panama nach Santiago operierte, blockiert. Viele Versuche, den Machtbereich
von Grace einzuschränken, schlugen fehl, selbst die Regierungen der
einzelnen Länder schafften dies nicht.
Trippe versuchte also, mit neuen Flugrechten Grace zu umgehen. Er kaufte 50% von Peruvian Airways, die nur 12 Tage vorher gegründet worden war. Einige Monate später kaufte Pan Am die restlichen 50% auf.
PANAGRA baute schnell das Streckennetz
weiter aus und erreichte noch im selben Jahr Buenos Aires. Trotz vieler
Meinungsverschiedenheiten im Vorstandsbereich war die Airline sehr
erfolgreich. Die Zusammenarbeit lief noch viele Jahre, ehe Pan Am ihre
Anteile 1968 an Brandiff verkaufte.
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Die
Ostküste von Süd-Amerika
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Die New York, Rio de Janeiro
and Buenos Aires (NYRBA)![]() NYRBA flog Post von Buenos Aires nach Miami, und dann weiter nach New York. Das bessere Geschäft allerdings war mit der US-Post zu machen. Das Postgeschäft war zu jener Zeit das deutlich bessere, als das Passagiergeschäft. Da die Flugzeuge noch recht klein waren, kosteten die Tickets entsprechend viel Geld. Nur reiche Menschen konnten sich damals einen Flugschein leisten. NYRBA stand kurz vor der Unterzeichnung des Post-Exklusivvertages. Pan American war auch an den Postrechten interessiert und so ergab sich für Trippe ein Problem. Die Lösung lag wie so oft in einer Übernahme. Er hatte Erfolg. Am 15. September 1930 gehörte NYRBA zum Pan American Airways System. |
Einige
Geschäfte in Kolumbien |
1919 hatte eine Gruppe von
deutschen und kolumbianischen Geschäftsmännern die Sociedad Colombo-Alemaña
de Transportes Aeros (SCADTA) gegründet. SCADTA eröffnete die
Strecke von Bogotá nach Barranquilla, und bald danach kamen eine
Reihe von nationalen Strecken hinzu. Unterstützt von der deutschen
Luftfahrtindustrie expandierte SCADTA sehr schnell und flog bald bis zur
Panama-Kanal-Zone. Als man einen Trans-Karibik-Flug durchführte, wurde
man bei Pan American hellhörig. Hatte man nicht gerade einen solchen
Konkurrenten klein gehalten? Trippe gründete La Sociedad Anonima Colombo-America
de Aviation. Es war ein sehr schmaler Pfad, aber wie so oft hatte Trippe
Glück. Der deutsche Besitzer war nach dem Wall Street ![]() |
Das Tor
über den Atlantik |
Im Juli 1931 startete Boston-Maine
Airways zu ihrem ersten Postflug von Boston nach Halifax. Die Airline
![]() |
Der erste Clipper | Pan Am setzte Anfang der 30'er Jahre auf
den Mittel- und Südamerika-Markt. Doch schon am 20. Dezember ![]() |
Ein Flugzeug
vor seiner Zeit |
Die Sikorsky S40 war für
damalige Verhältnisse vielleicht eines der effektivsten Flugzeuge.
Es hatte jedoch ein Problem: die Reichweite. Die S-42 flog immerhin 1200
Meilen, das waren 300 Meilen mehr als die S-40, konnte aber nur 32 Passagiere
mitnehmen. So bestellte Pan Am am 1. Oktober 1932 10 Sikorsky S-42 Flugzeuge.
Für eine Transatlantik-Überquerung brauchte man mindestens eine Reichweite von 1700 Meilen reine Entfernung plus ca. 300 Meilen Reserve. Für die Pazifik-Überquerung waren schon 2400 Meilen das mindeste das es zu erreichen galt. Doch auch die 1200 Meilen waren noch nicht genug, und so wurde bei Sikorsky fieberhaft weiterentwickelt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die S-42B (Atlantik) hatte eine Reichweite von 2800 Meilen. Der Haken an diesem Flugzeug war allerdings die geringe Passagierzahl (12!). Die S-42(Atlantik) hob am 16. April 1935 von San Francisco nach Honolulu ab und kam am 22. April sicher wieder in San Francisco an. Von nun an war der Aufstieg der "most experienced airline" nicht mehr aufzuhalten. |
Eroberung
des Pazifiks |
Das von Trippe geforderte Langstreckenflugzeug
wurde schneller fertig als gedacht; bereits 1935 konnte Martin die M-130
präsentieren. Mit einer Reichweite von 3200 Meilen, Platz für
41 Passagiere und 52,250 lb. max. cross take-off weight war sie wie geschaffen
für die Pläne von Pan American. Trippe war begeistert, und ![]() |
Das
Rennen
um den Atlantik |
Da die Martin M-130 zu klein für den Atlantikbetrieb war, schrieb Pan Am einen Wettbewerb für ein größeres Flugboot aus. Boeing gewann diesen, und Pan Am bestellte 6 Boeing 314 zum Stückpreis von $550,000. Dieses Flugzeuge konnten 74 Passagiere befördern und hatten eine Reichweite von 3500 Meilen. Am 20. 1939 Mai flog der Yankee Clipper den ersten planmäßigen Transatlantikflug von Port New York nach Marseilles. Dieser Flug warf alle anderen Mitstreiter so weit zurück, daß sie keine Chance mehr hatten. Der letze ernsthafte Konkurrent Imperial Airways strich nach der Entwicklung der B-314 die Segel. Der Luftraum über dem Atlantik gehörte Pan Am. Daran sollte sich bis 1990 nichts ändern. |
Das "moderne Flugzeug" | Während sich Boeing mehr auf Flugboote
konzentrierte war man bei Douglas schon zu der Erkenntnis gekommen, daß
die Zukunft der Fliegerei wohl auf Landflugzeugen basieren würde.
Die Tatsache, daß es schon ein bißchen abenteuerlich war, ein
Flugboot bei etwas Seegang zu besteigen, und noch abenteuerlicher eines
bei Seegang zu landen, ließ diesen Schluß auch durchaus logisch
erscheinen. Die Flughäfen wurden immer größer und bekamen
nach und nach auch Betonpisten. Das war bisher das Problem bei Landflugzeugen,
was wollte man machen, wenn nach einem tüchtigen Guß der Boden
völlig aufgeweicht war?
Pan Am bestellte schon 1933 18 Douglas DC-2 Flugzeuge, die jedoch erst einmal nur bei PANAGRA zum Einsatz kamen. |
Pan
Am
nimmt am 2. Weltkrieg teil |
Als die USA in den Krieg eintraten gab es nur 12 Flugzeuge, die über den Atlantik fliegen konnten. 9 Boeing 314 von Pan Am und 3 von Großbritannien die Pan Am verkauft hatte. Die U.S. Regierung übernahm alle 9 Pan Am Flugzeuge plus Besatzung, um sie zu Kriegszwecken zu nutzen. |
Der geheime Krieg | Schon bevor die USA in den Krieg einstiegen, hatte Pan Am vom US-Verteidigungsministerium, den Auftrag bekommen, rund um den Atlantik Flughäfen zu errichten. Diese Stützpunkte wurden später zum zentralen Punkt der Luftwaffe auf dem Weg nach Deutschland. Die Piloten der AirForce waren allerdings nicht für solche Langstreckenflüge ausgebildet, und so mußten Pan Am Piloten die Maschinen überführen. |
Die
dünne
Linie der Flugboote |
Inzwischen gehörten die Boeing 314 Flugboote der U.S. Regierung wurden aber immer noch von Pan Am Crews geflogen und hatten auch noch Pan Am Bemalung. Der einzige Unterschied war die große Fahne auf dem Rumpf der Flugzeuges. Fast ein Jahr lang waren diese Pan Am Flugzeuge die einzige Verbindung zu den entlegenen Kriegsschauplätzen. Erst Ende 1942 wurden die ersten Langstrecken-Flugzeuge der AirForce ausgeliefert. Aber auch jetzt mußten die Pan Am Piloten die AirForce Leute unterstützten. Pan Am hatte in den vergangenen 10 Jahren viele Dinge vorangebracht und war gerade was Langstrecken anging, unschlagbar in Navigation und Funkverkehr. So trainierten die AirForce Piloten bei den entsprechenden Pan Am Leuten um ein Mindestwissen zu erlangen, das sie sicher über den Atlantik oder Pazifik bringen würde. |
Das erste
Transatlantik Landflugzeug |
Am 26. Januar 1940 kaufte T.W.A. 61 DC-4 Flugzeuge. Im April bestellte Pan Am 3 solcher Flugzeuge. Die DC-4 war ein sehr gutes Flugzeug und hatte endlich auch ein "nose gear", so daß es deutlich komfortabler war als die Flugzeuge vorher. Trippe war begeistert und kaufte von September 1941 bis März 1942 insgesamt 28 dieser Flugzeuge. Am 21. Oktober 1945 stellte Pan Am die Boeing 314 Flugboote außer Dienst und ersetzte sie durch die DC-4. Es war klar, daß damit die Ära der Flugboote beendet war. |
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